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Atropin-Augentropfen zur Therapie von Myopie bei Kindern

Zuvor war Atropin hierfür außerhalb der Zulassung beziehungsweise im Rahmen von Studien eingesetzt worden. Eine aktuelle randomisierte Phase-3-Studie mit 847 Kindern zwischen drei und 14 Jahren zeigt nun, dass niedrig dosiertes Atropin das Fortschreiten der Myopie über 24 Monate signifikant verlangsamte.

„Das ist eine wichtige Neuerung für die Behandlung kurzsichtiger Kinder“, erklärte Bettina Wabbels, Leiterin der Orthoptik, Neuro- und pädiatrischen Ophthalmologie an der Universitäts-Augenklinik Bonn. „Wir haben jetzt erstmals eine zugelassene medikamentöse Möglichkeit, mit der wir das Fortschreiten der Myopie gezielt bremsen können.“

Daneben stehen spezielle Brillengläser, sogenannte Multisegmentbrillen, und Kontaktlinsen zur Verfügung. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter des Kindes und davon ab, wie schnell die Kurzsichtigkeit fortschreitet, und sollte individuell augenärztlich entschieden werden.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden