Die Prüfung der Versorgungssituation ist fester Bestandteil jeder Pflegebegutachtung. Hierbei werden u. a. Defizite, die zu einer mittelfristigen Gefährdung mit gesundheitlicher Beeinträchtigung oder Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit führen, dokumentiert und Empfehlungen zur Verbesserung der Versorgungssituation gegeben. Das Ziel ist, präventiv die Versorgung der Pflegebedürftigen zu stärken und deren Selbstständigkeit zu erhalten.
Hier zusammengefasst die Ergebnisse:
· Die Versorgungssituation der Pflegebedürftigen wird von den Gutachtern in deren Gutachten in den allermeisten Fällen als angemessen bewertet.
· Vor allem zu Beginn der Pflegebedürftigkeit erfolgt die Versorgung ausschließlich durch private Pflegepersonen, in der Regel An- und Zugehörige. Und diese scheinen die herausfordernde Aufgabe gut zu meistern: Bei 92 Prozent wird die Versorgungssituation als angemessen bewertet.
· Das „Pflegesetting“ ändert sich über den Verlauf der Pflegebedürftigkeit. Mit zunehmenden Einschränkungen binden die Pflegepersonen zunehmend professionelle Pflege zur Unterstützung ein. Die Bewertung der Versorgungssituation verändert sich dadurch nur geringfügig.
· Wird eine Versorgungssituation vorgefunden, die zu einer mittelfristigen Gefährdung der Pflegebedürftigen führen könnte, wird aus der Begutachtung vor allem weitere Unterstützung empfohlen, ob privat oder professionell.
· In sieben von zehn Begutachtungen, in denen die Versorgungssituation als nicht angemessen bewertet wird, wird eine Pflegeberatung empfohlen (und damit deutlich häufiger als bei angemessenen Versorgungssituationen).
· Die Prävention bei Pflegebedürftigen zu stärken, ist originärer Bestandteil einer jeden Begutachtung, weswegen die Gutachter den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zahlreiche Maßnahmen empfehlen können.
· Die für Medicproof selbstständig tätigen Gutachterinnen und Gutachter sprechen Pflegepersonen ein hohes Maß an Kompetenz – im Sinne von Fähigkeiten – zu. 66 Prozent von ihnen sagen, dass Pflegebedürftige und Pflegepersonen selbst über Maßnahmen zur Herstellung einer angemessenen Versorgungssituation entscheiden können. Knapp 60 Prozent sagen, dass private Pflegepersonen den größten Anteil an der Sicherstellung einer angemessenen Pflegesituation haben.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden