Die Leitlinie gibt Empfehlungen zum interdisziplinären Vorgehen bei gastrointestinaler Blutung sowie zum prä- und post-endoskopischen Management. Neue und bewährte diagnostische Methoden werden bewertet und optimierte Vorgehensweisen unter besonderer Berücksichtigung der personellen und strukturellen Anforderungen, aber auch der individuellen Patientenrisiken (Begleiterkrankungen) entwickelt. Patienten-Zielgruppe sind erwachsene Patienten mit gastrointestinalen Blutungen.
Neu sind etwa folgende Empfehlungen:
· Patienten mit vermuteter nicht-variköser oberer gastrointestinaler Blutung und Risikofaktoren (z.B. Glasgow-Blatchford-Score ≥12) sollen innerhalb der ersten 6 bis 24 Stunden nach Krankenhausaufnahme eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie erhalten.
· Hämodynamisch stabile Patienten mit vermuteter akuter nicht-variköser oberer gastrointestinaler Blutung ohne Risikofaktoren sollten früh-elektiv (innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach Krankenhausaufnahme) eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie erhalten.
· Die CT-Angiografie sollte so früh wie möglich nach Blutungsbeginn bzw. Endoskopie ohne Blutungsquellennachweis erfolgen. Sie kann gegebenenfalls wiederholt werden.
· Wenn die CT-Angiografie keine Blutungsquelle zeigt, soll eine selektive Angiografie nicht durchgeführt werden.
· Eine Gabe von gefrorenem Frischplasma (Fresh Frozen Plasma, FFP) sollte bei einer Varizenblutung nicht erfolgen, da diese zu einer Erhöhung des portalvenösen Drucks führen kann.
· Als endoskopische Blutstillungsverfahren für die akute Varizenblutung stehen die Varizenligatur und die Injektion von (n-Butyl-2-)Cyanoacrylat zur Verfügung.
o Als bevorzugte Methode für die Ösophagusvarizenblutung sollte die Gummibandligatur eingesetzt werden.
o Als bevorzugte Methode für die Fundusvarizenblutung sollte die Injektion von (n-Butyl-2-)Cyanoacrylat eingesetzt werden.
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-028
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden