Hier die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst:
· Bei postoperativen Tonsillektomie-Nachblutungen eignet sich Tranexamsäure. Dies gilt traditionell für die systemische (am häufigsten intravenöse) Gabe, deren Wirksamkeit erneut gezeigt werden konnte. Für Settings, die keine intravenöse Gabe möglich machen, kann die Tranexamsäure auch vernebelt werden. Gerade bei Kindern ist dies eine gute (Erst-)Therapie, bis ein Zugang etabliert ist.
· Bezüglich der OP-Technik zeigt eine BiZact-Tonsillektomie geringere (starke) Nachblutungsraten, die im OP gestillt werden müssen, als die „Cold-Steel“-Technik. Allerdings sind diese Devices nicht nachhaltig, da es sich um einen Einmalgebrauch handelt. Die Kosten-Nutzen-Analyse muss bei teurem Device, aber etwas schnellerer OP-Zeit, bedacht werden.
· Bezüglich des Schmerzmanagements nach Tonsillektomie zeigt eine randomisierte, klinische Studie mit kleinem Kollektiv, dass der postoperative Opioid-Bedarf sowohl direkt postoperativ als auch bis 7 Tage postoperativ signifikant geringer ist, wenn intraoperativ das länger wirksame Methadon (im Vergleich zu dem kürzer wirksamen Fentanyl) gegeben wurde.
· Eine Adenotonsillektomie hat nicht nur Vorteile auf Pathologien der oberen Atemwege (unter anderem kindliches obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, rezidivierende Mittelohrentzündungen), sondern auch auf die unteren Atemwege. Nach Adenotonsillektomie konnte eine signifikante Reduktion von asthmatischen Beschwerden (z. B. Exazerbationen) gesehen werden.
· Eine Adenotonsillektomie führt vor allem bei untergewichtigen beziehungsweise stark übergewichtigen Kindern postoperativ zu einer Gewichtszunahme. Wachstum und Gewicht sollten nach der Operation weiter kontrolliert werden.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden