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Aderhautmelanome früh diagnostizieren und dann schnell therapieren!

Ein schwedisches Forschungsteam hat sich in einer Metastudie damit beschäftigt, wie schnell Aderhautmelanome wachsen. Gegenstand der Untersuchung waren insgesamt 199 bösartige Aderhautmelanome und 87 gutartige Nävi. Die Forscher berechneten, wie schnell sich das Tumorvolumen verdoppelt und wie sich Behandlungsverzögerungen auf das Metastasen-Risiko auswirken. „Diese Studie liefert erstmals belastbare Zahlen dazu, wie stark Zeitverzögerungen das Risiko beeinflussen“, kommentierte Nikolaos E. Bechrakis, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Essen.

Die Analyse zeigt: Im Durchschnitt verdoppelt sich das Volumen eines Aderhautmelanoms etwa alle zwölf Monate. „Das Wachstum beschleunigt sich deutlich mit zunehmender Größe. Es verläuft nicht gleichmäßig“, berichtete Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz. Gutartige Nävi hingegen wachsen deutlich langsamer.

Die Studie belegt auch, wie stark das Risiko steigt, an Metastasen zu sterben, wenn ein Aderhautmelanom unbehandelt bleibt. „Bei kleinen Tumoren nimmt dieses Risiko pro Monat nur leicht zu. Bei mittelgroßen Melanomen steigt es schneller und bei großen Tumoren erhöht sich das 10-Jahres-Sterberisiko mit jedem weiteren Monat ohne Therapie um rund vier Prozentpunkte“, so Bechrakis. „Schon wenige Monate des Wartens können bei größeren Tumoren die langfristigen Überlebenschancen deutlich verschlechtern.“

Dass viele Aderhautmelanome erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt werden, hat aus Sicht der Experten zwei zentrale Gründe: „Zum einen verursacht der Tumor lange keine Beschwerden. Betroffene gehen daher häufig erst spät zur augenärztlichen Untersuchung. Zum anderen erschwert der zunehmende Augenarztmangel in vielen Regionen den schnellen Zugang zur Versorgung. Termine sind oft erst nach Wochen oder Monaten verfügbar“, erklärte Kakkassery.

Die Ergebnisse der Metastudie unterstreichen die Bedeutung der frühen Diagnose. „Kleine Melanome wachsen langsamer und lassen mehr Zeit für eine augenerhaltende Behandlung. Verzögerungen sind vor allem dann riskant, wenn der Tumor bereits größer ist“, betonte Bechrakis. „Symptome wie Gesichtsfeldausfälle, Lichtblitze, unscharfes Sehen oder Schattensehen sollten ernst genommen werden. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto schneller kann er behandelt werden – Zeit ist hier ein entscheidender Faktor!“

Zur Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39343315/

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden

 

 

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