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Welcher Sicherheitsabstand bei der OP des frühen Vulvakarzinoms?

In frühen Stadien des Vulvakarzinoms wird durch eine radikale lokale Exzision die gleiche onkologischen Sicherheit erreicht wie durch eine komplette radikale Vulvektomie. Die Morbidität des Eingriffes ist aber entscheidend geringer und die sexuelle Identität der Frau wird (je nach Tumorsitz) besser gewahrt.

Die Rolle des tumorfreien Resektionsrandes ist dabei eine der am meisten diskutierten Fragen in der operativen Therapie. Ein evidenzbasierter Cut-Off für den optimalen Resektionsrand lässt sich durch aktuelle Studien nicht belegen, so dass zur Schonung sensibler Strukturen wie insbesondere der Klitoris im Einzelfall auch knappe Ränder akzeptabel sind.

Die im Jahr 2023 upgedateten Leitlinien der europäischen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (ESGO) empfehlen einen Rand von über 2 mm bis 3 mm; auch hier wird auf die schwierige Evidenz hingewiesen. Die gerade überarbeitete deutsche Leitlinie, deren Publikation noch aussteht, schließt sich dem an. Der metrische Abstand wird aber nur im Hintergrundtext diskutiert, so Wölber. In der bereits abgestimmten Empfehlung werde klar darauf verwiesen, dass der Sicherheitsabstand zum Tumor – basierend auf der derzeitigen Datenlage – nicht festgesetzt werden könne.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden