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Orthopädisch-unfallchirurgische Begutachtung

Klaus-Dieter Thomann,
Volker Grosser (Hrsg.)
4. Aufl. 2026, Elsevier GmbH,
ISBN 978-3-437-21197-3,
Preis 159,00 €

Das Handbuch erscheint 2026 nunmehr bereits in seiner 4. Auflage, nachdem es erstmals im Jahre 2009 verlegt wurde.

Folgerichtig wurden in den Folgeauflagen seitdem immer wieder Anpassungen an die medizinisch-wissenschaftlichen und juristischen Entwicklungen vorgenommen.

Das Handbuch hat sich seitdem als sehr solides und allgemein in der Begutachtungspraxis anerkanntes Standardwerk etabliert.

Die aktuell vorliegende 4. Auflage vermittelt praktisch relevant und wissenschaftlich exakt, ärztlichen Sachverständigen, Gerichten, gesetzlichen und privaten Versicherungen sowie öffentlichen Verwaltungen, medizinische und rechtliche Grundlagen der Bewertung von Verletzungsfolgen und orthopädischen Erkrankungen.

Zurecht ist das Buch auch zum Bezugspunkt der Rechtsprechung geworden, insbesondere, da die Herausgeber selbst an der Formulierung der aktuellen MdE-Werte im Rahmen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und an den Empfehlungen der Invaliditätsbemessung der DGOU für die private Unfallversicherung mitwirkten.

Von besonderer Bedeutung für Sachverständige und die Auftraggeber ist die Bewertung der Unfallfolgen in den jeweiligen Rechtsgebieten.

Als Besonderheit und Alleinstellungsmerkmal des Handbuchs ist die klare Bewertung aller wesentlichen Verletzungsfolgen und orthopädischen Erkrankungen, nicht nur im abschließenden und sehr ausführlichen Tabellenteil, sondern auch in denjenigen textlichen Abschnitten, in denen die einzelnen Verletzungen und Erkrankungen aus gutachterlicher Sicht beschrieben werden.

Der medizinische Teil des neuen Handbuchs wurde wesentlich erweitert, sämtliche Kapitel aktualisiert.

Völlig neu verfasst wurden in der vorliegenden Auflage die Kapitel zur privaten Unfallversicherung, zur Arbeitslosenversicherung und zur Pflegeversicherung.

Das Kapitel zu den Berufskrankheiten wurde ebenfalls aktualisiert und um die neuen chirurgisch-orthopädischen Berufskrankheiten BK 2116, BK 2117 und BK 2118 erweitert.

In den einleitenden Kapiteln des Buches werden die Grundlagen ärztlicher Begutachtung ausführlich dargestellt, was sich insbesondere als hilfreich für Kolleginnen und Kollegen erweisen kann, die ihre ersten Schritte auf dem Gebiet der Begutachtung gehen wollen.

Die Diktion der verschiedenen Darstellungen ist angenehm, vieles liest sich flüssig und enthält gelegentlich auch noch Wesenszüge der ehemaligen Mitwirkung des verehrten Kollegen Dr. Frank Schröter an vorherigen Auflagen des Buches, der leider viel zu früh verstorben ist.

Es ist verständlich, dass nicht jedes Kapitel des Buches von den jeweiligen Autoren bis in die letzte Einzelheit der medizinischen Wissenschaft besprochen werden konnte.

Diesbezüglich ist es daher als hilfreich anzusehen, wenn auf weiterführende Literaturquellen verwiesen wird, die ein vertieftes Studium ermöglichen.

Besonders ansprechend ist in der 4. Auflage des Buches wiederum dessen gute bildliche und tabellarische Ausstattung.

Das Handbuch ermöglicht eine rasche, übersichtliche und umfassende Orientierung, selbst für erfahrene Sachverständige.

Insbesondere ist hervorzuheben, dass gesicherte Erkenntnisse auf dem Gebiet der ärztlichen Begutachtung, unter Bezugnahme auf medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse und Veröffentlichungen der medizinischen Fachgesellschaften, vermittelt werden.

Mit anderen Worten: Die anerkannte medizinische Lehrmeinung wird vermittelt.

Das ergibt Rechtssicherheit für die Bearbeitung von medizinischen Gutachten in den unterschiedlichsten Rechtsgebieten.

Damit ist man im Rahmen der ärztlichen Begutachtung mit dem vorliegenden Handbuch in „guter Gesellschaft“.

Der Unterzeichner arbeitet selbst seit Jahren mit den bisherigen Auflagen des Handbuchs und kann aufgrund eigener Erfahrung auch die 4. Aufl. 2026 für die jeweiligen Zielgruppen als sichere Arbeitsgrundlage vorbehaltlos empfehlen.

Richtig haben die Herausgeber einleitend zu ihrem Werk dargestellt, dass ein Leitfaden der Begutachtung von der Kommunikation zwischen Lesern und Autoren lebt. Kritik und Anregungen seien daher willkommen.

Prof. Dr. Thomas Müller, Döbeln