Über die besondere Bedeutung von ME/CFS mit PEM (Post-Exertional Malaise; Verschlechterung vorbestehender Krankheitssymptome infolge geringer körperlicher oder geistiger Belastung) als wichtige Verlaufsform bei Long-COVID berichtete Carmen Scheibenbogen, Leiterin der Sektion Immundefekte und Postinfektiöse Erkrankungen an der Charité Berlin, auf dem 132. Internistenkongress vom 18. bis 21. April 2026 in Wiesbaden.
Das Krankheitsbild ME/CFS geht typischerweise einher mit kognitiven Einschränkungen („Brain Fog“), Schmerzen (Fibromyalgie-ähnlich), orthostatischer Intoleranz und Schlafstörungen. Betroffen sind zu 80 % Frauen, nach eigenen Untersuchungen mit 2 Altersgipfeln bei ca. 20 Jahren bzw. ca. 40 Jahren.
ME/CFS führt oft zu einem hohen Grad der Behinderung, wobei bereits bei mittlerer Ausprägung eine berufliche Tätigkeit nicht mehr möglich ist. Über 95 % der Patienten mit ME/CFS sind über Jahre erkrankt, so Scheibenbogen.
Gerade bei Rehabilitationsbehandlungen von Long-COVID-Patienten sei zwischen Patienten mit und ohne ME/CFS zu unterscheiden: Wenn die Betroffenen unter ME/CFS mit PEM leiden, habe die Rehabilitation oft keinen Erfolg; im Gegenteil komme es nicht selten (durch Überforderung) sogar zu einer Verschlechterung.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden