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Immunvermittelte Nebenwirkungen in der Krebstherapie

Inzwischen sind Checkpoint-Inhibitoren fester Bestandteil der Therapiekonzepte zahlreicher solider Tumoren. Pathophysiologisch resultieren die sogenannten „immune-related adverse events“ (irAEs) aus einem Ungleichgewicht zwischen stimulierenden und regulatorischen Immunmechanismen. Dadurch werden autoreaktive T-Zellen, Antikörper und proinflammatorische Zytokine aktiviert, die eine systemische Entzündungsreaktion hervorrufen können.

Diese Nebenwirkungen können nahezu jedes Organsystem betreffen und sowohl während der Therapie als auch Wochen bis Monate nach ihrem Abschluss auftreten. Ihr Auftreten hängt von der Art und Intensität der Checkpoint-Blockade ab: Kombinationstherapien, etwa mit PD-1- und CTLA-4-Inhibitoren, können therapeutisch synergistische Effekte erzielen, sind jedoch mit einer höheren Inzidenz und Schwere immunvermittelter Toxizitäten assoziiert als Monotherapien

Die Diagnose immunvermittelter Nebenwirkungen stützt sich auf die klinische Symptomatik, Laboranalysen und bildgebende Verfahren. Dabei ist es entscheidend, infektiöse oder tumorbedingte Ursachen auszuschließen, da das therapeutische Vorgehen maßgeblich von der korrekten Differenzialdiagnose abhängt.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden