Semaglutid kann über das bekannte „Early Worsening“ (analog dem Insulin) zu einer deutlichen Verschlechterung einer Retinopathie führen, wenn der HbA1c-Wert zu schnell gesenkt wird. Da die Medikamenten-Gruppe der GLP1-Rezeptor-Agonisten immer interessanter wird und sich aufgrund ihres Charakters, das Abnehmen zu erleichtern, vermutlich immer weiter verbreitet, wird auch der Augenarzt hier vermehrt Fundus-Kontrollen durchführen müssen.
Sehr viele Patienten wissen bekannterweise ja auch nicht, dass sie Diabetes mellitus haben, sodass auch der Status einer möglichen diabetischen Retinopathie oft unbekannt ist, so Framme. Es sei augenärztlicherseits empfehlenswert, seine Patienten zu fragen, ob sie Semaglutid einnehmen. Obwohl das Risiko unter Einnahme für eine NAION erhöht zu sein scheine, sei es immer noch sehr gering, was in der eine Nutzen-/Risiko- Abwägung vor Einnahme zu berücksichtigen sei.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden