Mit einer Prävalenz von etwa 1:250 ist dilatative Kardiomyopathie eine der häufigsten Herzmuskelerkrankungen, berichtete Benjamin Meder von der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg auf dem 21. Kardiologie-Update-Seminar am 13. und 14. März 2026 in Mainz.
Neben genetischen Varianten (in bis zu 30 % der Fälle) sind Infektionen, Toxine, Mangelernährung sowie Autoimmunmechanismen häufige Auslöser. Auch entzündliche Prozesse, etwa durch kardiotrope Viren, spielen eine Rolle. Die Erkrankung ist durch eine ausgeprägte Erweiterung der Herzhöhlen, insbesondere des linken Ventrikels, charakterisiert. Die Dilatation ist ein Kompensationsmechanismus, um bei reduzierter Pumpfunktion das Herzzeitvolumen konstant zu halten. Langfristig führt dies jedoch zu erhöhter Wandspannung und gesteigertem Sauerstoffverbrauch, was eine Abwärtsspirale auslöst, die schließlich zur Herzinsuffizienz führt.
Als Komplikationen sind die Bildung intrakardialer Thromben mit Embolierisiko, Herzrhythmusstörungen bis hin zu plötzlichem Herztod sowie eine progressive Linksherzinsuffizienz mit Organschädigung zu beachten. Neben der Behandlung spezifischer Ursachen liegt der Fokus auf der Therapie der Herzinsuffizienz. In schweren Fällen sind mechanische Unterstützungssysteme oder sogar eine Herztransplantation erforderlich.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden