Das Team zur Fehlverhaltensbekämpfung bei der AOK Hessen hatte in den vergangenen beiden Jahren besonders viel zu tun. Immerhin 1.232 Hinweise gingen in dieser Zeit ein, zehn Prozent mehr als im Zwei-Jahres-Zeitraum davor. Die meisten (703) kamen aus externen Quellen, einige davon auch anonym. Daraus sowie aus älteren Fällen ergaben sich 195 Strafanzeigen gegenüber Leistungserbringern, Arbeitgebern und Versicherten.
Die Betrugsmechaniken und Tatbestände haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert: Luftleistungen und Doppelabrechnungen führen die Liste nach wie vor an (633 in den Jahren 2024/25), gefolgt von Leistungsmissbrauch, Abrechnungen von erbrachten Leistungen ohne vertragsmäßige Qualifikation und Urkundenfälschung; das können Verordnungen, Rezepte oder Zertifikate sein.
Die entstandenen Schäden sind je nach Leistungsbereich unterschiedlich hoch. Auf dem ersten Platz: Arznei- und Verbandmittel mit 1,8 Millionen Euro, obwohl die Zahl der bearbeiteten Fälle erheblich niedriger war als beispielsweise in der Pflegeversicherung. Insgesamt ergeben sich – für den Zeitraum 2024/25 – gesicherte Forderungen in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro, so die AOK Hessen.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden