Körperliches Training bewirkt zahlreiche physiologische Veränderungen im EKG, die nicht mit einer Pathologie verwechselt werden dürfen. Das Konsensuspapier (Abnormal electrocardiogram findings in athletes: A consensus statement of the European Association of Preventive Cardiology of the European Society of Cardiology. European Heart Journal, 2025) fokussiert auf isolierte EKG-Abnormalitäten, bei denen keine Anamnese oder Erstdiagnostik auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen. Der Konsens klassifiziert Empfehlungen nach Evidenzstärke und beschreibt detaillierte diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen.
Ein wichtiges Fazit des Konsensus besteht darin, dass viele vermeintlich pathologische EKG-Befunde bei Athleten nach umfassender Diagnostik keine zugrunde liegende strukturelle Erkrankung zeigen. In solchen Fällen raten die Experten zu regelmäßiger Nachuntersuchung, ohne den Athleten vom Sport auszuschließen. Erst wenn zusätzliche klinische Hinweise (Symptome, positive Familienanamnese, abnormaler Herz-MRT-Befund) vorliegen, sollte eine intensivere Abklärung erfolgen. Diese Vorgehensweise soll Überdiagnostik vermeiden und gleichzeitig potenziell gefährliche Erkrankungen nicht übersehen.
Das EAPC-Konsensuspapier 2025 schafft somit Klarheit im Umgang mit häufigen, aber oft verunsichernden EKG-Befunden bei Athleten, so Stumpf. Es betone die Abgrenzung physiologischer Trainingsanpassungen von echter Pathologie und empfehle eine strukturierte, risikoadaptierte Diagnostik. Ziel sei es, Überdiagnostik und unnötige Sporteinschränkungen zu vermeiden, ohne dabei aber relevante Herzerkrankungen zu übersehen.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden