Bei einem solchen sogenannten biochemischen Rezidiv gilt zwar weiterhin die konventionelle Bildgebung mittels Computertomographie und Knochenszintigraphie als Goldstandard. Es ist mittlerweile jedoch allgemein bekannt, dass eine PSMA-PET-gestützte Diagnostik in dieser Situation durchaus sensibler ist und so auch im konventionell bildmorphologischen Stadium M0 regelhaft ein lokales Rezidiv und/oder lokoregionale Lymphknotenmetastasen etc. detektieren kann. Je höher der PSA-Wert, desto höher die Wahrscheinlichkeit, per PSMA-PET eine Metastasierung zu identifizieren.
Die PSMA-basierte funktionelle Bildgebung ist insbesondere in der Salvage-Therapie-Planung bedeutsam, z. B. für eine adäquate Patientenselektion für eine Salvage-Bestrahlung bei biochemischem Rezidiv in Folge einer radikalen Prostatektomie, um so Über- bzw. Untertherapie zu vermeiden und damit bessere Therapieergebnisse zu erzielen.
Bei Patienten mit einem PSA ≥ 1 ng/ml im biochemischen Rezidiv besteht bereits ein hohes Risiko für eine systemische Erkrankung. Die EMBARK-Studie zeigt, dass sich durch die frühe Eskalation der Therapie mittels Androgen-Deprivationstherapie plus Enzalutamid (über maximal 3 Jahre) bei Patienten mit hoher PSA-Verdopplungsrate ≤ 9 Monaten eine Metastasierung deutlich hinauszögern lässt, was sich schließlich auch in einen Gesamtüberlebensvorteil von 9 % nach 8 Jahren übersetzt hat.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden