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Rheuma als wichtiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen

In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Erwachsene mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Häufig sind rheumatoide Arthritis (RA) und Spondyloarthritiden mit jeweils etwa 700 000 Betroffenen. Was viele nicht wissen: Neben den klassischen Risikofaktoren wie Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes, Rauchen oder Übergewicht kann die rheumatische Entzündung selbst das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen. Für Menschen mit rheumatoider Arthritis wird etwa ein um rund 40 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko berichtet, bei Spondyloarthritiden liegt es je nach Auswertung um 21 bis 51 Prozent höher. Auswertungen beschreiben zudem ein moderat erhöhtes Schlaganfallrisiko.

„Wer eine entzündlich-rheumatische Erkrankung behandelt, muss Herz und Gefäße von Anfang an mitbedenken“, erklärte Jan Leipe, Leitlinienkoordinator der DGRh und leitender Rheumatologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel. „Die Leitlinie macht deutlich: Entscheidend ist nicht ein einzelner Laborwert, sondern das gesamte Risikoprofil.“ Übliche Risikorechner berücksichtigen aber nur die klassischen Risikofaktoren und können deshalb das Risiko bei Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen unterschätzen. Deshalb sei eine ärztliche Einschätzung besonders wichtig, die Rheuma berücksichtige, so Leipe.

Auch antirheumatische Medikamente bewertet die Leitlinie mit Blick auf Herz und Gefäße. Kortisonpräparate und entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) sollten niedrig dosiert und nur so kurz wie nötig eingesetzt werden. Patienten sollten Medikamente aber nicht eigenständig absetzen, sondern die passende Therapie mit ihrem Arzt besprechen.

https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/060-010

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden

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