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Neue S2k-Leitlinie „Frakturassoziierte Infektionen nach Osteosynthese“

Infektionen nach operativ versorgten Knochenbrüchen gehören zu den schwersten Komplikationen der Orthopädie und Unfallchirurgie: Bei offenen Frakturen können bis zu 35 Prozent der Betroffenen eine solche Infektion entwickeln. Aber auch nach geschlossenen Frakturen treten Infektionen auf; hier liegt das Risiko bei etwa ein bis zwei Prozent.

Eine solche Infektion ist jedoch nicht immer sofort zu erkennen. Eine gerötete oder nässende Wunde, Fieber oder Eiter können deutliche Warnzeichen sein. Manchmal zeigt sich die Infektion aber lediglich dadurch, dass der Knochen nicht so heilt, wie er sollte. Bis zu einem Drittel der Pseudarthrosen kann infektionsbedingt sein. Deshalb empfiehlt die neue Leitlinie, bei einer ausbleibenden Knochenheilung immer auch eine Infektion als mögliche Ursache abzuklären.

„Eine Infektion muss nicht bedeuten, dass die Wunde eitert. Wenn ein Knochen über längere Zeit nicht heilt, müssen wir auch an eine Infektion denken. Je früher wir sie erkennen, desto gezielter können wir behandeln“, erklärte Volker Alt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Regensburg und federführender Autor der Leitlinie.

Erstmals gibt es nun in Deutschland nun eine eigene Leitlinie, die Empfehlungen dazu bündelt, wie Infektionen nach einem Knochenbruch verhindert, erkannt und behandelt werden können. „Mit der neuen Leitlinie schaffen wir erstmals eine gemeinsame Orientierung für die Versorgung dieser schwerwiegenden Infektionen“ betonte Frank Hildebrand, Präsident des DKOU und DGOU-Präsident.

Die neue Leitlinie beschreibt ein abgestimmtes Vorgehen von der Vorbeugung bis zur Nachsorge. Bei offenen Brüchen gehört dazu beispielsweise, frühzeitig Antibiotika zu geben und verschmutztes oder abgestorbenes Gewebe sorgfältig zu entfernen. Besteht der Verdacht auf eine Infektion, sollen zur Bestimmung der Erreger mehrere Gewebeproben aus tiefen Gewebsschichten entnommen werden. Ein einfacher Abstrich von der Wunde reicht dafür nicht aus.

register.awmf.org/de/leitlinien/detail/187-047

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden