Kopf-Hals-Karzinome sind selten. In vielen Konstellationen ist eine Operation die Therapie der Wahl, ggf. gefolgt von einer adjuvanten Therapie. Um zu entscheiden, ob eine Resektion sinnvoll ist und auch um das Resektionsausmaß abzuschätzen, wird präoperativ unter anderem eine Bildgebung durchgeführt: Ultraschall, CT, MRT. Häufig liegt diese Bildgebung jedoch Tage bis Wochen zurück und bildet ggf. nicht mehr den aktuellen Stand ab.
Der Charme des Ultraschalls ist die eines bildgebenden Verfahrens in Echtzeit, welches steril am OP-Tisch genutzt werden kann und keine Strahlenexposition oder einen größeren Aufwand bedeutet, so Mansour. Mit dem Ultraschall können zudem die Tiefenausdehnung gemessen werden und die Infiltrationstiefe – ein wichtiger Parameter für die Prognose und für manche Chirurgen auch die Indikation für eine Neck Dissektion
Die Resektion kann dann in Echtzeit Ultraschall-gesteuert durchgeführt werden, um die geforderten Sicherheitsabstände anzustreben und funktionelle Strukturen wie Nerven oder Gefäße zu schonen und antizipieren, aber eben auch so viel gesundes Gewebe zu belassen, um die Funktionseinschränkungen und somit die Morbidität für die Patienten so gering wie möglich zu halten.
Für den Patienten bedeutet es im Zweifel zwar eine etwas verlängerte Resektions- und damit OP-Zeit, aber wenn dann der Schnellschnitt freie Resektionsränder zeigt und in der endgültigen histologischen Aufarbeitung des Tumorpräparates alle Resektionsränder ausreichend tumorfrei sind, kann gerade bei kleinen Tumoren (T1-T2) ohne befallene Lymphknoten bzw. im Frühstadium der Erkrankung auf eine weitere adjuvante Therapie verzichtet werden. Die bedeutet weniger Morbidität für die Patienten.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden