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Immunmechanismen bei chronischen Schmerzsyndromen

Als wichtige Erkenntnisse neuer Studien v. a. ihrer Arbeitsgruppe nannte sie folgende Punkte:

·         Die Passivtransfer-Experimente beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS), bei Fibromyalgie und bei Post-COVID sprechen dafür, dass humorale Immunmechanismen bei einzelnen chronischen Schmerzphänotypen funktionell relevant sein können.

·         Gleichzeitig zeigen insbesondere die Fibromyalgie- und Post-COVID-Daten eine deutliche Heterogenität: Nicht alle Betroffenen zeigen dieselben Antikörperbefunde, und vergleichbare klinische Schmerzphänotypen können offenbar über unterschiedliche immunologische und neuronale Mechanismen entstehen.

·         Multiple Sklerose ist in diesem Kontext informativ, weil hier eine definierte Immunpathologie, unterschiedliche immunologische Therapieansätze und verschiedene Schmerzphänotypen zusammentreffen.

·         Die Daten sprechen dafür, dass hochwirksame Immuntherapien nicht Schmerzen generell beeinflussen, sondern möglicherweise spezifisch den generalisierten beziehungsweise noziplastischen Schmerzphänotyp.

·         Daraus folgt ausdrücklich nicht, dass noziplastischer Schmerz per se eine Autoimmunerkrankung ist. Wahrscheinlicher ist ein Zusammenspiel unterschiedlich gewichteter immunologischer, peripher-neuronaler, zentraler, stressphysiologischer und psychosozialer Faktoren.

 

Entscheidend für die weitere Forschung ist daher die Identifikation biologisch definierter Subgruppen und nicht die Suche nach einem einheitlichen Mechanismus für alle Betroffenen, so Lang.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden