Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Editorial

Die medizinische Literatur, veröffentlicht zu Fragen der aktuellen Pandemie, hat den Umfang einer Springflut angenommen. Gibt man in PUBMED (Stand 1.8.2022) das Stichwort „COVID-19“ ein, erscheint der Hinweis auf knapp 280.000 Publikationen zu diesem Thema. Welche dieser Veröffentlichungen nun wirklich aktuellen medizinischen Standards genügen oder nur schnell geschrieben wurden, um beim Thema mitzusprechen, bedürfte einer umfassenden kritischen Sichtung, die aber vor dieser Zahl nur schwer zu leisten ist. Dies auch deshalb, da zu vielen der sich stellenden Fragen noch gar keine klaren Antworten gegeben werden können.

Um einen für den medizinischen Sachverständigen zu seinen speziellen Problemen den heutigen Stand der Erkenntnis wiedergebenden Überblick haben sich die Autoren Tegenthoff, Drechsel-Schlund, Stegbauer, Nowak und Widder bemüht. Speziell für die sich vorrangig stellenden gutachtlichen Fragen betreffend das pulmologische und das neurologische Fachgebiet wird von Ihnen im ersten Beitrag dieser Ausgabe eine solche Übersicht dargestellt. Zweifellos wird noch eine Reihe weiterer Beiträge hierzu notwendig werden. Nicht nur für den Rechtsbereich der im Titel der Arbeit genannten gesetzlichen Unfallversicherung, sondern auch für andere Bereiche werden die Ausführen für die gutachtliche Arbeit von Nutzen sein. Zu gutachtlichen Fragen betreffend das psychiatrische Fachgebiet hinsichtlich Long- und Post-Covid hatten sich schon Dreßing und Meyer-Lindenberg in der Ausgabe 6 des Jahrgangs 2021 geäußert.

Der zweite Beitrag dieser Ausgabe von Dreßing und Foerster hat zwar vorrangig mit dem Thema COVID-19 nichts zu tun, aber Fragen zu Einflüssen von Long- bzw. Post-Covid auf die verbliebenen Fähigkeiten auch in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung werden in Zukunft den Fachgutachter zunehmend und sicher noch eine ganze Zeit beschäftigen. Welchen Standards diese Gutachten genügen müssen, wird von den Autoren ausführlich dargelegt.

E. Losch, Frankfurt am Main