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MedSach Ausgabe: 02-2016, Seite 46  
E. Ludolph, F. Schröter

Invaliditätsbemessung von Schulterschäden im Bereich der privaten Unfallversicherung im Spiegel der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes

Abstract deutsch

Zusammenfassung: Die Rechtsprechung des BGH zur Invaliditätsbemessung (PUV) bei Gelenkschäden – rückreichend bis in das Jahr 2001 – blieb weder in der juristischen, noch in der ärztlich-gutachtlichen Diskussion unwidersprochen. Besonders die letzte Entscheidung des BGH vom 01.04.2015 hat weitreichende Konsequenzen die – wenn man die Begründung des BGH voll umfänglich umsetzt – zu einer Benachteiligung der Versicherten führen muss. Die durch dieses Urteil herbeigeführte Ratlosigkeit der ärztlichen Sachverständigen dürfte zu einer recht uneinheitlichen Invaliditätsbemessung und auch zu einer widersprüchlichen Rechtsprechung führen, die dem Streben nach Gleichbehandlung aller Versicherten mit den gleichen Unfallfolgen im Sinne der AUB nicht gerecht werden kann.
Es bleibt zu hoffen, dass diese aus ärztlich-gutachtlicher Sicht alles andere als nachvollziehbaren Entscheidungen des Bundesgerichtshofes zukünftig irgendwann einmal eine Revision erfahren werden. Ob es der Versicherungswirtschaft gelingt, mit neu formulierten Musterbedingungen der AUB dieser merkwürdigen Rechtsprechung adäquat zu begegnen, muss dahin gestellt bleiben. Über zukünftige Entwicklungen der Rechtsprechung und der AUB wird man dann für die konkrete Umsetzung in gutachtliche Empfehlungen neu nachdenken und berichten müssen.
Die Überlegungen und Empfehlungen in diesem Beitrag für den ärztlichen Sachverständigen im Umgang mit dieser BGH-Rechtsprechung haben das Ziel, solche Ungleichbehandlungen zumindest einzudämmen. Diese Empfehlungen sind – auch wenn sie aus dem Kreis der Mitglieder der Kommission „Gutachten“ der DGU in der DGOU stammen – nicht evidenzbasiert und unterliegen daher auch der weiteren Diskussion der Fachärzte (Orthopädie und Unfallchirurgie).
Ärztliche Sachverständige sind gut beraten, wenn sie grundsätzlich auch zukünftig in allen Fällen einer unfallbedingten funktionellen Schulterstörung eine Invaliditätsbemessung nach dem bisherigen bewährten System der Gliedertaxe vornehmen, auch dann, wenn der Auftraggeber ausdrücklich eine Umsetzung der BGH-Rechtsprechung abverlangt. Die nachfolgenden Vorschläge geben dann eine Hilfestellung, wie eine solche Fragestellung gutachtlich bewältigt werden kann alternativ zu der konventionellen Invaliditätsbemessung innerhalb der Gliedertaxe, die auch dann in einem solchen Gutachten nicht fehlen sollte.

Stichworte: BGH-Rechtsprechung – Schulterschaden – Gliedertaxe – Begutachtung

Anschrift des Verfassers:
Dr. med. Elmar Ludolph
Arzt für Chirugie/Unfallchirurgie
Institut für Ärztliche Begutachtung
Sonnenacker 62
40489 Düsseldorf

Dr. med. Frank Schröter
Arzt für Orthopädie
Interdisziplinäre Begutachtung
Landgraf-Karl-Str. 21
34131 Kassel

 

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Schlagworte zu diesem Artikel:

Invaliditätsbemessung (57%)Rechtsprechung (43%)Gliedertaxe (39%)

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