Perioperatives Management bei pulmonaler Hypertonie

Die aktuelle Literatur gibt für Patienten mit schwerer pulmonaler Hypertonie eine perioperative Sterblichkeit zwischen 3 und 18 % an, berichtete Armin Sablotzki von der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie am Klinikum St. Georg in Leipzig auf dem 10. Anästhesie-Intensiv-Update-Seminar am 22. und 23. März 2019 in Wiesbaden.
Die höchsten Risiken gelten für Schwangere, Patienten mit begleitender koronarer Herzkrankheit und bei Notfalloperationen. Im unmittelbaren Umfeld der Operation führen Stress, Schmerzen, Beatmung und die postoperative Inflammation zu einem weiteren Anstieg von pulmonalen Drucken und Widerständen und können so zum gefürchteten Rechtsherzversagen beitragen.

Aufgrund fehlender strukturierter Studien an großen Kollektiven sind die Empfehlung für die Narkoseführung bisher nur auf einem Expertenniveau. Die 2018 aktualisierten Empfehlungen der Kölner Konsensus Konferenz fassen die existierenden Daten kritisch zusammen und geben damit wertvolle Hinweise zum Umgang mit diesen schwierigen Patienten:

Aufgrund des hohen Risikos und der Komplexität der Erkrankung sollte schon die präoperative Vorbereitung in einem interdisziplinären Kontext stattfinden (Anästhesie, Chirurgie, Kardiologie, Pulmologie), in dem die vorliegenden Befunde umfassend gewürdigt werden können. Die spezifische Medikation sollte bis zum Morgen des Operationstages beibehalten und schnellstmöglich nach der Operation wieder angesetzt werden.

Intraoperativ sollten hypotensive Phasen, Hypothermie, Azidose, Hypoxämie und Hyperkapnie konsequent vermieden werden, da sie erheblich zu einem Anstieg des pulmonalen Druckes führen können. Da auch die Beatmung an sich zu einem Anstieg des pulmonalen Druckes führt, sollte die intraoperative Beatmung nur mit niedrigen Tidalvolumina unter Vermeidung hoher Spitzendrücke angewendet werden.


G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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