Standard für die minimal-invasive Bypassoperation

Im letzten Jahr gab es eine Serie von Publikationen zur minimal-invasiven Durchführung von koronaren Bypassoperationen, berichtete Torsten Doenst von der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Jena auf dem 13. DGK-Kardiologie-Update-Seminar am 23. und 24. Februar 2018 in Wiesbaden. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Durchführung praktisch aller minimal-invasiver Operationen (insbesondere der Bypassoperationen) ein hohes Maß an Training und Präzision erfordert, um Komplikationen zu minimieren.
Mit entsprechender Erfahrung lassen sich aber vollarterielle Mehrfachgrafts unter Verwendung beider Brustwandarterien über die linksseitige Minithorakotomie anlegen, wie eine in diesem Jahr veröffentliche Arbeit von Nambiar et al. zeigt.

Doenst fasste die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Jahr 2017 in folgenden Punkten zusammen:
• Die Bypasschirurgie bleibt der Goldstandard bei der Behandlung der komplexen koronaren Mehrgefäßerkrankung.
• Bei Hauptstammstenosen bleibt bezüglich der besten Behandlungsstrategie (perkutane Koronar-Intervention - PCI oder Bypass) aktuell weiter Ungewissheit.
• Sowohl die Bypassoperation als auch die PCI verbessern die Lebensqualität signifikant.
• Die „No-touch Aorta Off-Pump“ Technik weist die niedrigste Schlaganfallrate auf.
• Vollarterielle Revaskularisation führt zu den besten Resultaten für Überleben und Langzeitergebnis. Bei Verwendung einer Vene sollte diese in No-Touch-Technik entnommen werden.
• Eine konventionelle Bypassoperation mit mehreren Anschlüssen distal kann von erfahrenen Chirurgen sicher über eine Minithorakotomie durchgeführt werden.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden

Nambiar P, Kumar S, Mittal CM, Saksena K. Minimally invasive coronary artery bypass grafting with bilateral internal thoracic arteries: Will this be the future? J Thorac Cardiovasc Surg. 2018; 155 (1): 190-197
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