Dermatologische Blaulichtbehandlung nur gering wirksam

Medizinisch bietet die seit einem Jahr intensiv beworbene Blaulichtbehandlung der Psoriasis keinen Vorteil und sollte von dermatologischer Seite nicht empfohlen werden, erklärte Ulrich Mrowietz, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Dermatologie, auf dem 11. Dermatologie-Update-Seminar am 10. und 11. November 2017 in Wiesbaden.
Die Therapie mit „Philips Blue-Light“ zeigt nach den vorliegenden Studien keine therapeutische Wirkung bei den behandelten Plaques, die denen einer Standardtherapie mit lokalen Klasse 2 bis 3 Kortikoiden oder der fixen Kombination aus Betamethason und Calcipotriol vergleichbar wäre. Nach acht Wochen Therapie mit der hohen Intensität von 200 mW/cm² kam es zwar zu einer leichten Verbesserung der behandelten Plaques, jedoch zu keiner Erscheinungsfreiheit.

Die Patienten müssen die Therapie bzw. das Gerät (Kosten derzeit 399.- €) selbst bezahlen und regelmäßig anwenden. Zudem können immer nur einzelne Plaques mit dem Gerät behandelt werden, was einen Wechsel alle 15 bis 30 Minuten nötig macht; damit ist die Therapie maximal aufwändig und nicht praktikabel. Da der Aufwand für die Behandlung durch den Patienten nachweislich zu einer Verschlechterung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität führt, steht die Blaulichttherapie auch diesem wichtigen Behandlungsaspekt entgegen, kritisierte Mrowietz.

Der Versuch, jetzt auch eine Indikation für Ekzemerkrankungen zu erschließen, sei vor allem wegen der Kosten des Gerätes für den Patienten und die lange Behandlungszeit ohne Abheilung mehr als fragwürdig.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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