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MedSach Ausgabe: 03-2017, Seite 106
P. Lederer

Begutachtung nach Flucht und Migration – Untersuchungen im öffentlichen Gesundheitsdienst

Zusammenfassung: Die Anlässe zu Untersuchungen und Begutachtungen von Migranten durch den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) sind durch Rechtsvorschriften vorgegeben: Ausschluss einer ansteckungsfähigen Tuberkulose (Infektionsschutzgesetz), Untersuchungen zur Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft (Asylverfahrensgesetz), Gutachten zur Notwendigkeit medizinischer Leistungen (Asylbewerberleistungsgesetz), Gutachten zur Reisefähigkeit im Rahmen der Aufenthaltsbeendigung (Ausländergesetz). Andere Aufgabenfelder, wie z.B. Mitwirkung bei der Organisation der medizinischen Versorgung, Impfungen, Ausbruchsmanagement bei infektiösen Erkrankungen in Gemeinschaftsunterkünften, sind zusätzliche Belastungen für den ÖGD. Bundeseinheitlich ist nur durch das Infektionsschutzgesetz die verpflichtende Untersuchung auf Tuberkulose bei Jugendlichen und Erwachsenen geregelt. Alle anderen Untersuchungsanlässe liegen in der Regelungskompetenz der Länder. Die Länder legen fest, ob, wann und welche Untersuchungen und Begutachtungen erfolgen. Als Folge gibt es von Bundesland zu Bundesland große Unterschiede. Die Frage der Evidenzbasierung des jeweiligen Untersuchungsumfanges stellt sich. Ähnliches zeigt sich bei der Umsetzung der medizinischen Versorgung. In Ländern ohne Gesundheitskarte (einer gesetzlichen Krankenversicherung) für Asylsuchende und Flüchtlinge werden die Gesundheitsämter mit einer hohen Anzahl von Begutachtungen zur Notwendigkeit von medizinischen Leistungen befasst. Für die Gutachter besteht eine ähnliche Problemlage wie bei kurativ Tätigen, wonach man in der ärztlichen Tätigkeit nur dem Menschen und keiner Herkunft verpflichtet ist. Die Unterschiede der Untersuchungen und in der medizinischen Versorgung von Migranten haben zur Forderung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina für bundeseinheitliche Standards für die Erfassung des Gesundheitsstatus und Regelungen der medizinischen Versorgung geführt.

Stichworte: Öffentlicher Gesundheitsdienst – Flüchtlinge – medizinische Untersuchungen – Gutachten

Anschrift des Verfassers:
Dr. med. Peter LedererFacharzt für öffentliches Gesundheitswesen,UmweltmedizinLtd. Medizinaldirektor a.D.Wiesengrundweg 7a91058 Erlangen

 

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Schlagworte zu diesem Artikel:

Gemeinschaftsunterkunft (51%)Migrant (48%)Tuberkulose (48%)

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