Kompletten Artikel als PDF kaufen

Unten finden Sie eine Vorschau auf den Inhalt. Der Preis für diesen Artikel im Volltext beträgt 30,00 EUR inkl. MwSt. Sie bekommen den Artikel in wenigen Minuten bequem als PDF an Ihr E-Mail-Postfach geschickt.

MedSach Ausgabe: 03-2017, Seite 113
T. M. Eckstein

Begutachtung nach Flucht und Migration – Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – Untersuchungen, Begutachtungen und Erfahrungen

Zusammenfassung: Im Zeitraum Dezember 2015 bis Spätsommer 2016 wurden 292 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge/Asylbewerber (UMA) durch das Referat „Gesundheitsuntersuchungen bei Flüchtlingen“ im Patrick-Henry-Village im Rahmen der Inaugenscheinnahmen untersucht. Nur wenige der UMAs waren weiblichen Geschlechts (2.4 %). Nach anfänglichen hohen Zahlen stabilisieren sich die untersuchten UMAs pro Monat auf 20 bis 25. Während des Zeitraumes kam es zu einem Wechsel der Herkunftsländer von den klassischen Ländern (Syrien, Afghanistan, Iran, Irak) zu Ländern aus Ost- (Eritrea, Äthiopien, Somalia) und Westafrika (Gambia, Guinea, Nigeria, Sierra Leone). Die Verständigung mit den UMA (sofern nicht durch begleitende Dolmetscher) wurde mit Hilfe eigener muttersprachlicher Mitarbeiter auf hohem Niveau gehalten. Die Untersuchungen fokussierten sich primär auf mögliche Infektionskrankheiten im Sinne des § 6 des IfSG, aber auch auf sichtbare körperliche Auffälligkeiten. Sofern nicht durch die Begleitung oder durch die Minderjährigen selber angegeben, wurde nicht nach möglichen psychischen Problemen gefragt. Die am häufigsten festgestellten Auffälligkeiten betrafen die Zähne. Obwohl nicht explizit danach gefragt wurde, wurden 10 Fälle von psychischen und physischen Traumata festgestellt. In sieben Fällen wurden Kopfschmerzen angegeben. Der eigentliche Anlass der Untersuchungen (§ 6 IfSG) führte nur zu drei meldepflichtigen Erkrankungen (Tuberkulose, Windpocken) und fünf Fällen mit Skabies/Läusen. Ein weiteres Problem in unserem Einsatz für das Wohlergehen der UMAs waren die fehlenden Rückmeldungen von Seiten des jeweiligen Jugendamtes über durchgeführte ärztliche und psychologische Maßnahmen. Dieses gelingt uns wesentlich besser bei den Untersuchungen von Kindern in Begleitung ihrer Eltern, da vor Ort eine Kinderärztliche Ambulanz der Universitätskinderklinik an fünf Tagen in der Woche Sprechstunden abhält.

Stichworte: Minderjährige Flüchtlinge – Begutachtung – Erstaufnahme – unbegleitete Flüchtlinge

Anschrift des Verfassers:
Dr. med. Torsten M. Eckstein Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg Kurfürsten-Anlage 38–40 69115 Heidelberg

 

  • Zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Schlagworte zu diesem Artikel:

Universitätskinderklinik (40%)Patrickhenryvillage (39%)Flüchtling (38%)

Weitere Artikel zum Thema

Zeitschriftenkonzept

Der MedSach ist im Kreis der gutachtlichtätigen Ärzte seit über 100 Jahren bewährt. Er informiert in jeder Ausgabe aktuell über medizinische und juristische Probleme in Fragen der Begutachtung.

mehr

E-Mail an die Redaktion

Der direkte Draht zu Ihnen ist uns wichtig. Sind Sie mit unserem Angebot zufrieden? Haben Sie neue Ideen? Fehlt Ihnen etwas?

Schreiben Sie uns!

Heidelberger Gespräch

Vom 28. bis 29. September 2016 in Heidelberg, Deutsches Krebsforschungszentrum

Weitere Informationen

 

Bookshop

Hier finden Sie ausgewählte Titel zur Arbeits- und Sozialmedizin.

zum Bookshop

 

Heidelberger Gespräch

Vom 28.-29.09 2016 in Heidelberg, Deutsches Krebsforschungszentrum dkfz, weitere Informationen hier

Diesen Hinweis ausblenden.