Stellenwert der Defibrillatorweste sehr fraglich

Die im letzten Jahr publizierte VEST-Studie – die erste randomisierte kontrollierte Studie zum tragbaren Defibrillator (sog. Defibrillatorweste) – hat die erhofften Erwartungen nicht erfüllt, erklärte Lars Eckardt von der Klinik für Kardiologie II – Rhythmologie am Universitätsklinkum Münster auf dem 14. DGK-Kardiologie-Update-Seminar am 15. und 16. Februar 2019 in Wiesbaden.
Bei akutem Infarkt mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion unter 35 % führt die Defibrillatorweste im Vergleich zur Kontrolle nicht zur signifikanten Reduktion des arrhythmogenen Todes. Der Stellenwert der Defibrillatorweste beim akuten Infarkt mit vermutetem hohem Risiko für einen plötzlichen Herztod wird durch diese Studie eindeutig abgeschwächt.

Letztlich bleibt die Empfehlung eines tragbaren Defibrillators eine individuelle Entscheidung mit Nutzen-Risiko-Abwägung, bei der man sich allerdings nach der VEST-Studie nur noch im Einzelfall für eine Defibrillatorweste entscheiden sollte, kommentierte Eckardt.

(Olgin et al.; NEJM 2018, 379: 1205-1215)

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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