Tödliche Nebenwirkungen immunonkologischer Therapie

Eine immunonkologische Therapie mit sog. Checkpointinhibitoren verursachen zwar weniger Nebenwirkungen als konventionelle Chemotherapeutika, jedoch vollkommen andere und manchmal fatale, erklärte Andreas Neubauer vom Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Immunologie, auf dem 14. Onkologie-Update-Seminar am 1. und 2. Februar 2019 in Mainz.
Das zeigt eine aktuelle Studie, in der 16.000.000 Einträge bei der WHO-Datenbank VigiLyze nachgeschlagen wurden. Weiter wurden die Daten sieben akademischer Zentren analysiert. Außerdem führen die Autoren eine Metaanalyse aller publizierten klinischen Studien durch, die CTLA4- und/oder PD/L-1-Therapien verwendet hatten.

Die Systematik tödlicher Nebenwirkungen unterschied sich in Abhängigkeit vom eingesetzten Therapieregime:
• Bei einer Ipilimumab-Monotherapie war die Kolitis/Diarrhoe stark ausgeprägt (70 %); Hepatitis (16 %) und Pneumonitis (8 %) traten seltener auf.
• Im Gegensatz dazu wies die AntiPD-1-/PD-L1-Monotherapie eine breitere Verteilung tödlicher Nebenwirkungen auf einschließlich Pneumonitis (35 %), Hepatitis (22 %), Kolitis (17 %), neurologischer Ereignisse (15 %) und Myokarditis (8 %).
• Todesfälle bei Kombinationstherapien waren am häufigsten auf Kolitis (37 %), Myokarditis (25 %), Hepatitis (22 %), Pneumonitis (14 %) und Myositis (13 %) zurückzuführen.

Und wichtig: Fatale Nebenwirkungen, die durch Checkpointhemmer verursacht werden, können bis zu 2 Jahre nach Beginn der Therapie neu auftreten!

(Wang DY, Salem J-E, Cohen JV et al.: Fatal toxic effects associated with immune checkpoint inhibitors. A systematic review and meta-analysis. JAMA Oncol. 2018; doi:10.1001/jamaoncol. 2018.3923)

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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