Strategie für den Ausschluss einer akuten Lungenembolie

Die diagnostische Strategie für den Ausschluss einer akuten Lungenembolie ist entsprechend der ESC-Leitlinien aus dem Jahre 2014 sehr gut etabliert und auch juristisch relevant, berichtete Horst Olschewski von der Abteilung Pulmologie an der Medizinischen Universität Graz (Österreich) auf dem 15. Pneumologie-Update-Seminar am 16. und 17. November 2018 in Wiesbaden.
Bei diesem Algorithmus wird bei Patienten mit einer hohen klinischen Wahrscheinlichkeit für eine akute Lungenembolie (= hohe Vortestwahrscheinlichkeit) unverzüglich eine CT-Pulmonalisangiographie durchgeführt, sofern keine Kontraindikationen bestehen oder eine unmittelbar lebensbedrohliche Rechtsherzdekompensation besteht.

Liegt dagegen eine niedrige Vortestwahrscheinlichkeit vor, so wird eine D-Dimer Untersuchung empfohlen, bei der ein Cut-off-Wert von 500 ng/ml herangezogen wird, um zu entscheiden, ob ein negatives oder positives Ergebnis vorliegt. Bei einem negativen Ergebnis gilt eine akute Lungenembolie als ausgeschlossen. Dieses Vorgehen ist mit sehr viel Evidenz hinterlegt. Liegt ein positives D-Dimer vor, so wird eine CT-Pulmonalisangiographie empfohlen.

Die Nichteinhaltung dieses Algorithmus kann Fälle von Schadenshaftung nach sich ziehen, betonte Olschewski.

Nun hat sich im Laufe der Jahre allerdings herausgestellt, dass die Zahl der negativen CT-Pulmonalisangiographie-Untersuchungen immer größer wird und in den meisten Studien über 90 % liegt. Das bedeutet eine starke Belastung der Ressourcen im Gesundheitswesen und eine ziemlich große Strahlenbelastung für die Bevölkerung. Hinzu kommen die Risiken durch die Applikation von Kontrastmittel, gab Olschewski zu bedenken.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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