Keine Antibiotikagabe bei asymptomatischer Bakteriurie

Die asymptomatische Bakteriurie ist nach wie vor eine der häufigsten Fehlindikationen für den Einsatz von Antibiotika, berichtete Gerd Fätkenheuer von der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln auf dem 13. DGIM-Internisten-Update-Seminar am 9. und 10. November 2018 in Mainz. Generell sollte der Nachweis von Bakterien im Urin ohne das Vorhandensein klinischer Symptome nicht zum Einsatz von Antibiotika führen.
Eine aktuelle Metaanalyse von insgesamt 30 Studien untersuchte die Häufigkeit der antimikrobiellen Therapie bei diesen Patienten. Die Autoren fanden bei 4.129 veröffentlichten Patientenfällen eine unnötige Behandlung in 45 % (95 % Konfidenzintervall: 39 % – 50 %). Risikofaktoren für die unnötige Therapie waren der Nachweis von gramnegativen Erregern im Urin, eine Pyurie, ein positives Nitrit im Urin sowie weibliches Geschlecht. Durch einfache Antibiotic-Stewardship-Maßnahmen konnte im Median eine Reduktion der überflüssigen Antibiotikatherapie um 33 % erreicht werden.

(Flokas ME, Andreatos N, Alevizakos M, Kalbasi A, Onur P, Mylonakis E: Inappropriate management of asymptomatic patients with positive urine cultures: A systematic review and meta-analysis. Open Forum Infect Dis. 2017; 4 (4): ofx 207)

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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