Selen bei Morbus Basedow ohne nachgewiesenen Effekt

Die Behandlung mit Selen bei Morbus Basedow hat offenbar keinen günstigen Einfluss auf die Krankheitsaktivität, berichtete Dagmar Führer von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel am Universitätsklinikum Essen auf dem 13. DGIM-Internisten-Update-Seminar am 9. und 10. November 2018 in Mainz.
Das zeigt auch eine deutsche Studie, in der wurden 70 unbehandelte Patienten mit manifester Hyperthyreose bei Morbus Basedow randomisiert und verblindet entweder mit Selen (Natrium-Selenit 300 µg/Tag) oder Plazebo zusätzlich zur thyreostatischen Therapie über 24 Wochen behandelt wurden. Bei Erreichen einer Euthyreose wurden die Thyreostatika ab der 24. Woche pausiert. Nach 12 Wochen erfolgte dann eine Kontrolluntersuchung. Zwischen beiden Behandlungsgruppen ließen sich keine signifikanten Unterschiede in der Rezidivrate nachweisen.

Diese Studie passt in die zunehmende kritische Wahrnehmung eines Nutzens von Selen, das über viele Jahre praktisch obligat bei Thyreopathien verordnet wurde, kommentierte Führer. Lediglich bei der endokrinen Ophthalmopathie ist eine Behandlung mit Selen über 6 Monate indiziert.

(Kahaly GJ, Riedl M, König J, Diana T, Schomburg L. Double-blind, placebo-controlled, randomized trial of selenium in Graves hyperthyroidism. J Clin Endocrinol Metab. 2017 Nov 1; 102 (11): 4333-4341)

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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