Perorale endoskopische Myotomie (POEM) zur Therapie der Achalasie

Die perorale endoskopische Myotomie (POEM) hat sich neben der pneumatischen Dilatation und der Myotomie in den letzten Jahren als weitere Option bei der Therapie der Achalasie in Zentren mit entsprechender Erfahrung etabliert, berichtete Peter Layer von der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus Hamburg auf dem 13. DGIM-Internisten-Update-Seminar am 9. und 10. November 2018 in Mainz. Dennoch ist der Stellenwert im Vergleich zu den „bewährten“ Methoden nicht klar definiert.
In einer multizentrischen Studie an 1.826 POEM-Patienten wurde speziell die Sicherheit der Methode genauer charakterisiert. Komplikationen (meist milde) traten in 7,5 % der Fälle auf. In dieser Studie etwas marginal abgehandelt wird allerdings der Post-POEM-Reflux mit oder ohne Ösophagitis, der in mehr als 40 % zu erwarten ist.

Die American Gastroenterological Association (AGA) hat ihre Anwendungsempfehlungen für POEM publiziert und dabei folgende Kriterien festgelegt:
1. Klare Indikationsstellung auf Basis einer modernen Diagnostik
2. Durchführung in ausgewiesenem Zentrum mit genügend Erfahrung
3. POEM als mögliche Primärtherapie für Achalasie Typ III
4. POEM als mögliche Alternative zur Myotomie
5. Das hohe Risiko einer Post-POEM-Refluxösophagitis ist bereits im Vorhinein zu besprechen und einzuplanen.

(Haito-Chavez Y, Inoue H, Beard KW et al.: Comprehensive analysis of adverse events associated with per oral endoscopic myotomy in 1826 patients: An international multicenter study. Am J Gastroenterol 2017; 112: 1267-1276
Kahrilas PJ, Katzka D, Richter JE: Clinical practice update: The use of per-oral endoscopic myotomy in achalasia: Expert review and best practice advice from the American Gastroenterological Association. Gastroenterology 2017; 153: 1205-1211)


G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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