Angebliche Penicillinallergie abklären

10 % der Bevölkerung tragen den „Stempel“ Penicillinallergie zu Unrecht, erklärte Christiane Bayerl von der Klinik für Dermatologie und Allergologie, Hauttumorzentrum Wiesbaden, an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken auf dem 12. Allgemeinmedizin-Update-Seminar am 27. und 28. April 2018 in Wiesbaden.
Das führt zu unnötiger Anwendung von Breitspektrum-Antibiotika, zu einem erhöhten Risiko für Antibiotika-Resistenzen, zu Clostridium-difficile-Infektionen und zu hohen Folgekosten. Eine unnötige Sperrung von Penicillinen, die nötig wären z. B. zur Therapie einer Staphylokokkus-aureus-Sepsis, einer Erstlinientherapie bei Enterococcus faecalis oder zur Behandlung von Syphilis-Spätstadien, verschlechtert die Therapiemöglichkeiten für die betroffenen Patienten.

Eine diagnostische Abklärung und Testung einer angeblichen Penicillinallergie ist daher notwendig, forderte Bayerl. Es sei gut, dass das „Antimicrobial Stewardship Program“ startet und sich diese Thematik auf die Fahnen geschrieben habe; der „Stempel“ Penicillinallergie dürfe nicht für immer sein. Eine entsprechend abgeklärte und diagnostizierte Penicillinallergie gelte allerdings für immer.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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