Alternative Therapien für Schlafstörungen nicht empfohlen

Alternative und komplementäre Therapien wie Homöopathie und Akupunktur werden für die Behandlung von Schlafstörungen nicht empfohlen, berichten Thorsten Jürgen Doering, Ärztlicher Direktor der Deutschen Klinik für Integrative Medizin und Naturheilverfahren, Bereich Schlafmedizin, in Bad Elster und Mitarbeiter in der Fachzeitschrift „Versicherungsmedizin“.
Insgesamt sind die den entsprechenden Metaanalysen zugrunde liegenden Studien schlecht und daher auch schlecht zu bewerten. Zwar gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit von Akupunktur bei Schlafstörungen, jedoch sind viele Studien dazu auf Chinesisch abgefasst. Es gibt keine Belege für die Wirksamkeit von Homöopathie oder Aromatherapie.

Zur Musiktherapie liegen 3 Metaanalysen vor; diese weisen auf einen möglichen positiven Effekt hin. Die methodische Qualität der Studien ist allerdings nicht ausreichend.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für Fußzonenreflexmassage, Moxibustion und meditative Bewegungstherapien einschl. Yoga. Solche Behandlungen haben möglicherweise ein therapeutisches Potenzial und werden auch von einigen Kliniken im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzepts eingesetzt; sie können jedoch aufgrund der schlechten Studienqualität nicht empfohlen werden.

Dagegen gilt die kognitive Verhaltenstherapie als Erstlinientherapie in allen Leitlinien zu chronischen nicht organischen Schlafstörungen bei Erwachsenen. Sie besteht in der Regel aus Psychoedukation/Schlafhygiene, Reiztherapie, Schlafrestriktionsstherapie und kognitiver Therapie.

(Doering Th J et al.: Schlafstörungen - Gesundheitsrisiko und medikamentöse Behandlungsoptionen -Teil I. VersMed 70 (2018) 1: 34-44)

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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