Biofeedback in der Psychosomatik

Biofeedback ist mittlerweile eine weit verbreitete psychophysiologische Methodik mit ubiquitärem Einsatzbereich, berichtete Martin Bohus vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim auf dem 8. Psychiatrie-Update-Seminar am 9. und 10. März 2018 in Wiesbaden. Insbesondere mit der Verbesserung der digitalen Grafikprogramme (und damit der optischen Oberflächen) finden diese Verfahren weite Verbreitung gerade auch im Kinder- und Jugendbereich.
Biofeedback wird sowohl als „stand-alone“-Verfahren eingesetzt als auch in Kombination mit Psycho- bzw. Pharmakotherapie. Das Wirkprinzip besteht darin, dass die Patienten zeitnahe optische, akustische oder taktile Rückmeldungen zu physiologischen Parametern erhalten und diese mental oder physiologisch beeinflussen können – meist im Sinne einer vorgegebenen adaptiven Zielgröße. Die Rückmeldungen können auf EEG, EMG, EKG oder mittlerweile auch auf funktionellen MRT-Daten basieren.

Grundsätzlich kann eine weite Bandbreite an physiologischen Paramatern beeinflusst werden, was den breiten Einsatz von Biofeedback insbesondere im Gebiet der Psychosomatik verständlich macht, so Bohus. In den letzten Jahren wurden verschiedene Verfahren von kommerziellen Anbietern verstärkt auf den Markt gebracht und auch die Kostenerstattung wurde neu geregelt.

Die Wirksamkeitsnachweise von Biofeedback-Verfahren scheinen sich nach aktuellen Studien gerade für den psychosomatischen Bereich zu stabilisieren und bei
mittleren Effektstärken einzupendeln. So kann die Wirksamkeit von Biofeedback- Verfahren bei chronischen Rückenschmerzen durchaus mit der Wirksamkeit von kognitiv-behavioralen Verfahren verglichen werden. Für das Kerngebiet der ADHS-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen scheinen die Ergebnisse allerdings deutlich schlechter zu sein, schränkte Bohus ein.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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