Fatigue nach Morbus Hodgkin nicht therapiebedingt

In einer Situation, in der die meisten der in der Regel jungen Hodgkin-Patienten geheilt werden, tritt die Lebensqualität nach der erfolgreichen Therapie in den Vordergrund. Die Frage, ob persistierende Fatigue (abnorme Erschöpfbarkeit, „cancer related fatigue“, CRF) durch die Therapie verursacht wird, kann nach den Ergebnissen aktueller Studien jedoch klar verneint werden, berichtete Peter Borchmann von der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln auf dem 13. Onkologie-Update-Seminar am 16. und 17. Februar 2018 in Mainz.
Im Gegenteil profitieren viele dieser Patienten von der Therapie in Bezug auf die Fatigue, die ja häufig schon vor der Therapie besteht und mit der Tumormasse assoziiert ist. Es scheint, als wäre der wichtigste Faktor für die Persistenz der Fatigue die Fatigue bereits vor Therapiebeginn.

Wir wissen nicht, warum manche Patienten nach der Diagnose des Hodgkin-Lymphoms eine ausgeprägte Fatigue-Symptomatik haben und andere nicht, erklärte Borchmann. Letztlich sei es aber wichtig, die Tatsache, dass viele dieser Patienten davon betroffen seien und dass dieses Symptom deutliche Auswirkungen auf den weiteren Lebensweg der Betroffenen habe, zu akzeptieren.

Diese Erkenntnisse sind auch für die Begutachtung der beruflichen Leistungsfähigkeit von geheilten Hodgkin-Patienten von Bedeutung.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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