Chirurgische Therapie der Migräne weiter sehr fragwürdig

Die Datenlage zur chirurgischen Therapie der Migräne bleibt unbefriedigend, erklärte Abel-Jan Tasman von der Hals-Nasen-Ohrenklinik am Kantonsspital St. Gallen (Schweiz) auf dem HNO-Update-Seminar am 24. und 25. November 2017 in Mainz.
Einerseits hat die Autorengruppe um B. Guyuron seit Jahren in vielen Veröffentlichungen auf die (angebliche) Wirksamkeit der Chirurgie hingewiesen. Diese Arbeiten wurden jedoch durch Neurologen aus Europa und USA aus methodischen Gründen scharf angegriffen. In der Tat weisen viele der Arbeiten erhebliche methodische Schwächen auf.

Hinzu kommt das nicht allgemein akzeptierte Konzept der Kontaktpunkt-Zephalgie durch endonasale Pathologien. Hervorzuheben sind hier richtungsweisende Arbeiten von N. S. Jones aus den letzten Jahren, der die klinische Relevanz von Kontaktpunkten für Kopfschmerzen meint widerlegen zu können:
• Die große Mehrzahl an Patienten mit endonasalen Kontaktpunkten leidet nicht unter Kopfschmerzen.
• Kontaktpunkte sind kein Prädiktor für Kopfschmerzen.
• Die chirurgische Entfernung eines Kontaktpunktes lindert nur sehr selten Kopfschmerzen.
• Wenn dieser therapeutische Effekt ausnahmsweise auftritt, ist er durch kognitive Dissonanz oder Neuroplastizität erklärbar.
• Schließlich ist davon auszugehen, dass eine relevante Unschärfe in der Interpretation von radiologischen Befunden besteht.

Tasman schloss sich dieser Kritik von Jones an.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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