Neurorehabilitation auch bei Älteren erfolgreich

„Die Schlaganfalltherapie endet nicht mit der Entlassung aus der Stroke Unit“, stellte Gereon R. Fink (Köln) auf dem 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) am 22. September 2017 in Leipzig fest. „Mit einer intensiven Rehabilitationsleistung steigen die Chancen auf einen erfolgreichen Neustart im Beruf wie im Privaten erheblich“, so der DGN-Präsident.
Ältere Menschen erhalten nach einem Schlaganfall in der Praxis allerdings oft nur eine beschränkte geriatrische Rehabilitation, während jüngere meist eine intensivere Neurorehabilitation bekommen. Dahinter steckt die Vorstellung, der ältere Mensch würde von einer intensiven Behandlung wenig profitieren oder wäre sogar überfordert.

„Diese altersdiskriminierende These ist längst widerlegt“, erklärte Fink: „Ältere Schlaganfallpatienten profitieren nicht nur von der Neurorehabilitation, sie können sogar bis ins hohe Alter bemerkenswerte individuelle Fortschritte machen.“ Neurorehabilitation sei auch aus sozioökonomischer Sicht sinnvoll, da sie langfristig Kosten spare.

Deutschland verfügt über ein flächendeckendes und im internationalen Vergleich hervorragendes Angebot von Rehabilitationsplätzen sowohl in Reha-Kliniken wie auch in ambulanten Rehabilitationseinrichtungen. „Dort arbeiten Neurologen, Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten interdisziplinär zusammen. Sie bemühen sich intensiv um die Schlaganfallpatienten und helfen ihnen, verloren gegangene Funktionen wie Wahrnehmung, Bewegung und Sprache möglichst vollständig wiederzuerlernen“, führte Fink aus. Dennoch bedürfe es konzertierter Anstrengungen, neue Therapieansätze zur Förderung der Rehabilitation zu entwickeln, damit mehr Schlaganfallpatienten die berufliche Eingliederung gelingt und sie wieder Eigenständigkeit mit sozialer Teilhabe erreichen.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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