Hohes Schmerzensgeld bei hypoxischem Hirnschaden

Inzwischen werden auch in Deutschland bei ärztlichen Behandlungsfehlern mit schweren Schädigungen der Patienten z. T. hohe Schmerzensgelder zugesprochen, so etwa vom Oberlandesgericht (OLG) Hamm mit Urteil vom 21.3.2017 (AZ: 26 U 122/09) einer 1955 geborenen Patientin, bei der es nach einer gynäkologischen Operation zu einem schweren hypoxischen Hirnschaden gekommen war.
Hier die Leitsätze des Urteils:
1. Erreicht der Hämoglobin-Wert bei einer reanimierten Patientin den Bereich von 6 g/dl oder wird dieser Wert unterschritten, entspricht es dem medizinischen Standard, unverzüglich eine Bluttransfusion vorzunehmen.
2. Das Unterlassen einer Bluttransfusion kann als grober Behandlungsfehler zu werten sein, wenn das klinische Gesamtbild für eine absolute Indikation spricht.
3. Bei einem hypoxischen Hirnschaden mit linksbetonter Parese nebst Spasmen, Sprach- und Schluckstörungen sowie erheblichen Hirnleistungsstörungen kann ein Schmerzensgeld von 500.000 Euro angemessen sein.

(Versicherungsrecht 68 (2017) 16: 1017-1019)

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden
Zeitschriftenkonzept

Der MedSach ist im Kreis der gutachtlichtätigen Ärzte seit über 100 Jahren bewährt. Er informiert in jeder Ausgabe aktuell über medizinische und juristische Probleme in Fragen der Begutachtung.

mehr

E-Mail an die Redaktion

Der direkte Draht zu Ihnen ist uns wichtig. Sind Sie mit unserem Angebot zufrieden? Haben Sie neue Ideen? Fehlt Ihnen etwas?

Schreiben Sie uns!

Heidelberger Gespräch

Vom 28. bis 29. September 2016 in Heidelberg, Deutsches Krebsforschungszentrum

Weitere Informationen

 

Bookshop

Hier finden Sie ausgewählte Titel zur Arbeits- und Sozialmedizin.

zum Bookshop

 

Heidelberger Gespräch

Vom 28.-29.09 2016 in Heidelberg, Deutsches Krebsforschungszentrum dkfz, weitere Informationen hier

Diesen Hinweis ausblenden.