Riskante Arzneimittelinteraktionen bei psychiatrischen Patienten vermeiden

Gerade bei psychiatrischen Patienten ist Relevanz von Arzneimittelinteraktionen vielfältig belegt, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Kämmerer von der Klinikapotheke am Klinikum Augsburg auf dem 7. Psychiatrie-Update-Seminar am 24. und 25. März 2017 in Mainz.
Bei vielen Arzneimittelkombinationen ist mit einer Wirkungsminderung, einem Wirkungsverlust oder einer Toxizitätserhöhung zu rechnen.
Beispiele:
• Tramadol ist besonders für ältere Patienten ein ungeeignetes Analgetikum in der Polypharmazie.
• Das im Hinblick auf Interaktionen geeignetste Opioid-Analgetikum stellt Hydromorphon dar.
• Escitalopram und Citalopram sind keine geeigneten SSRI in der Polypharmazie.

Wichtig für die Erhöhung der Arzneimitteltherapie-Sicherheit (und damit der Patientensicherheit) sind die Kenntnis dieser Interaktionen, Überlegungen zur Vermeidung gefährlicher Kombinationen, die Beobachtung der Patienten bei einer entsprechenden Kombination sowie die Beachtung der Kontraindikationen.

Es besteht jedoch kein Grund zum Nihilismus, da es oft möglich ist, mittels anderer Arzneistoffe der gleichen Indikationsgruppe die riskanten Präparate zu vermeiden, so Kämmerer. In jedem Fall sollte überprüft werden, ob die Indikation für diese Arzneistoffe noch besteht. Auch hierdurch lassen sich eine Polypharmazie und die damit verbundenen Risikoerhöhungen reduzieren.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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