Präoperative Anämie erkennen und behandeln

Die Gabe von autologen und allogenen Erythrozytenkonzentraten bei Operationen geht mit einer erhöhten Rate an postoperativen Infektionen, Nierenversagen und einer gesteigerten Mortalität einher, erklärte Prof. Dr. Anke Eckardt von der Hirslanden Klinik Birshof in Münchenstein (Schweiz) auf dem 11. Allgemeinmedizin-Update-Seminar am 12. und 13. Mai 2017 in Wiesbaden.
Die Mortalität der transfusionsassoziierten akuten Lungeninsuffizienz wird mit 37 %, die Morbidität mit 27 % angegeben; sie stellt damit das wohl größte transfusionsassoziierte Risiko dar. Ziel muss es also sein, Bluttransfusionen wenn möglich vollständig zu vermeiden.

Ein wichtiger Ansatz auf dem Weg zum möglichst fremdblutfreien Operieren ist eine multidisziplinäre Betreuung, die es ermöglicht, Patienten mit einer Eisenmangel- Anämie rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. So gilt die unbehandelte Anämie (Frauen Hb < 120 g/l, Männer < 130 g/l) als Kontraindikation für einen elektiven Eingriff.

Wenn möglich vier Wochen vor der Operation soll der Patient mit Eisensulfat (500 mg bis 1.000 mg Ferritin-Carboxymaltose) in einer Kurzinfusion intravenös versorgt werden (Achtung: Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission zum Risiko der Anaphylaxie, 2013). Auch Erythropoetin kommt zur Anwendung, insbesondere bei Patienten mit renaler Anämie.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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