Behandlungsfehler im augenärztlichen Notdienst

Ein Augenarzt hatte im Bereitschaftsdienst am Wochenende davon abgesehen, den Patienten persönlich zu untersuchen, und sich stattdessen auf die telefonische Empfehlung beschränkt, am darauffolgenden Werktag den örtlichen Facharzt aufzusuchen. In diesem Verhalten kann ein Versäumnis gesehen werden, welches die Beweislast zugunsten des Patienten umkehrt, erklärte das Oberlandesgericht (OLG) Köln mit Urteil vom 13.1.2016 (AZ: 5 U 290/15).
Kann der Arzt in einem derartigen Fall allerdings beweisen, dass ein Kausalzusammenhang zwischen dem Versäumnis und dem Primärschaden wenn nicht ausgeschlossen, so doch äußerst unwahrscheinlich ist, scheidet die Haftung des Augenarztes gleichwohl aus.

Die lediglich eintägige Verzögerung der sachgemäßen Behandlung einer Iritis rechtfertigt nach der aktuellen Rechtsprechung kein Schmerzensgeld, entschieden die Koblenzer Richter weiter und lehnten – wie bereits zuvor das Landgericht – die Klage des Patienten ab.

(Versicherungsrecht 68 (2017) 14: 890-892)

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden
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