Kompletten Artikel als PDF kaufen

Unten finden Sie eine Vorschau auf den Inhalt. Der Preis für diesen Artikel im Volltext beträgt 30,00 EUR inkl. MwSt. Sie bekommen den Artikel in wenigen Minuten bequem als PDF an Ihr E-Mail-Postfach geschickt.

MedSach Ausgabe: 01-2019, Seite 23 - 30
B. Kleiser, M. Lorenz, B. Kusnik

Zusammenhangsbeurteilung bei Impfungen und Multipler Sklerose

Abstract deutsch

Zusammenfassung: Bei der Multiplen Sklerose werden anlagebedingte und äußere Faktoren als Ursachen angesehen. Wegen ihres Einflusses auf das Autoimmunsystem werden nicht nur Infektionserreger, sondern auch Impfungen als in Frage kommende Faktoren für die Erstmanifestation oder einen Schub der Erkrankung diskutiert. Nach ersten Einzelfallberichten wurden verschiedene epidemiologische Studien über Impfungen mit einzelnen oder mehreren Impfstoffen durchgeführt. Die meisten Studien zeigten keine Assoziation zwischen den Impfungen und dem Auftreten von Multipler Sklerose oder Schüben. In einzelnen wenigen Studien schien zunächst ein erhöhtes Erkrankungsrisiko zu bestehen, kritische Auswertungen zeigten jedoch Schwierigkeiten in den Studiendesigns. Einige Studien mit Impfungen gegen Tetanus oder Diphtherie wiesen sogar auf protektive Effekte für Multiple Sklerose hin. Impfungen gegen Influenza werden vor allem empfohlen, wenn Schübe durch Infektionen ausgelöst werden. Auf der Grundlage des derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstands kann ein Zusammenhang zwischen Impfungen und Multipler Sklerose weder bewiesen noch ausgeschlossen werden. Insgesamt zeigten die meisten Studien mit Tot-Impfstoffen und Toxoiden kein erhöhtes Risiko für die Entwicklung oder das Fortschreiten von Multipler Sklerose. Deshalb werden diese Impfungen als unbedenklich angesehen oder wegen protektiver Effekte sogar empfohlen. Für Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie gegen Gelbfieber, Masern-Mumps-Röteln und Windpocken wird aber bei immunsuppressiv behandelten Patienten Zurückhaltung diskutiert.

Stichworte: Multiple Sklerose – Impfung – Impfschaden – IfSG – soziales Entschädigungsrecht – Begutachtung

Abstract English

Assessment of the connection between vaccinations and multiple sclerosis

Abstract: Inherent and external factors are considered as causes in the case of multiple sclerosis. Due to their influence on the autoimmune system, infectious agents and vaccinations are both discussed as possible factors in the first manifestation or an exacerbation of the disease. After initial case reports, various epidemiological studies have been carried out on single or multiple vaccines. Most studies showed no association between vaccinations and the occurrence of multiple sclerosis or relapses. In a few studies, there appeared to be an increased risk of disease at first, but critical analyses revealed problems with how the studies were designed. Some studies with vaccinations against tetanus or diphtheria even indicated protective effects for multiple sclerosis. Vaccinations against influenza are especially recommended if relapses are triggered by infections. On the basis of current scientific knowledge, an association between vaccinations and multiple sclerosis can be neither proved nor ruled out. In summary, most of the studies with dead vaccines or toxoids showed no increased risk of development or progress of multiple sclerosis. These vaccinations are thus considered to be harmless or are even recommended because of protective effects. However, for vaccinations with live vaccines such as those used against yellow fever, measles-mumps-rubella and chickenpox, caution is discussed in the case of patients treated with immunosuppressants.

Keywords: multiple sclerosis vaccination vaccine damage IfSG social compensation law expert opinion

Anschrift des Verfassers:
PD Dr. med. Bernhard Kleiser
Dr. med. Margarete Lorenz
Dr. med. Bernd Kusnik
Zentrum Bayern Familie und Soziales
Hegelstraße 2
95447 Bayreuth

 

  • Zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Schlagworte zu diesem Artikel:

Autoimmunsystem (39%)

Weitere Artikel zum Thema

Zeitschriftenkonzept

Der MedSach ist im Kreis der gutachtlichtätigen Ärzte seit über 100 Jahren bewährt. Er informiert in jeder Ausgabe aktuell über medizinische und juristische Probleme in Fragen der Begutachtung.

mehr

E-Mail an die Redaktion

Der direkte Draht zu Ihnen ist uns wichtig. Sind Sie mit unserem Angebot zufrieden? Haben Sie neue Ideen? Fehlt Ihnen etwas?

Schreiben Sie uns!

Bookshop

Hier finden Sie ausgewählte Titel zur Arbeits- und Sozialmedizin.

zum Bookshop

 

Seite drucken