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MedSach Ausgabe: 05-2017, Seite 218 - 221
A. Ferbert, C. Roth

Lagerungsschäden peripherer Nerven und ihre Differenzialdiagnosen im Lichte der Arzthaftpflicht

Abstract deutsch

Zusammenfassung: Schäden peripherer Nerven in zeitlichem Zusammenhang mit einem operativen Eingriff zählen seit vielen Jahren zu den häufigen Gründen für einen Arzthaftpflichtprozess. Ist der Nervenschaden lagerungsbedingt, dann gilt im Verfahren meist das Prinzip der Beweislasterleichterung für den Kläger: Der beklagte Arzt muss beweisen, dass er keinen Fehler gemacht hat. In diesem Beitrag werden Ausnahmen von dieser Regel aufgezeigt:
1. Eine neuralgische Schulteramyotrophie kann in zeitlichem Zusammengang mit einem operativen Eingriff auftreten. Von einem Lagerungsschaden unterscheidet sie sich in mehreren Punkten: a. Starke Schmerzen, die untypisch beim Lagerungsschaden sind. b. Sensibilitätsstörungen sind – wenn überhaupt- nur gering ausgeprägt; c. Die bevorzugt gelähmten Muskeln (M. serratur anterior, M. flexor pollicis longus) sind beim Lagerungsschaden nur selten betroffen; d. Das Maximum der Symptome ist nicht sofort nach Erwachen aus dem Eingriff vorhanden.
2. Als Beispiel für einen Lagerungsschaden bei vorhandener Prädisposition wird die hereditäre Polyneuropathie mit Neigung zu Drucklähmungen aufgeführt, die heute molekulargenetisch einfach zu diagnostizieren ist. Selbst bei sachgemäßer Lagerung kann es zu einer Druckläsion kommen. Daher sind die Voraussetzungen der „voll beherrschbaren Risikosphäre“ in dieser Situation nicht gegeben.
3. Es gibt eine Reihe von weiteren Differenzialdiagnosen zum lagerungsbedingten Nervenschaden, z. B. direkte Nervenschädigung im Operationsbereich, erst postoperativ aufgetretener Lagerungsschaden, Kompartmentsyndrom.
Diese Differenzialdiagnosen machen eine sorgfältige neurologische Untersuchung rasch nach Entdecken entsprechender Symptome erforderlich.

Stichworte: Lagerungsschaden – peripherer Nerv – neuralgische Schulteramyotrophie – Arzthaftung – tomakulöse Neuropathie – Begutachtung

Abstract English

Positional damage of the peripheral nerves and its differential diagnoses in the light of statutory medical liability

Abstract: Peripheral nerve lesions occuring at the time of a surgical intervention frequently lead to liability processes. In case the nerve lesion is the result of the positioning maneuver this may lead to burden of proof relief in most cases. However, there may be exceptions from this rule and those cases are being dealt with in this article:
1. Neuralgic amyotrophy may occur after an operation. There are several features differing from a positioning lesion of the nerve: a. neuralgic amyotrophy is accompanied by heavy pain that is unusual in positioning lesions. b. Sensory abnormalities can rarely be found or are at least minor in neuralgic amyotrophy as opposed to positioning lesions. c. a predominant paresis of the serratur anterior muscle or the isolated lesion of the interosseus anterior nerve (flexos pollicis longus muscle) is frequent in neuralgic amyotrophy as opposed to positioning lesions. d. motor signs in neuralgic amyotrophy do not occur immediately after operation but more likely after one or a few days.
2. A patient with a postoperatively occurring nerve lesion may suffer from yet undiagnosed hereditary neuropathy with liability to pressure palsy. In that case the situation may not be estimated to be in the “fully controllable risk sphere”. The burden of proof in this case may not change to the side of the operating physician or anesthesist.
3. There are several more differential diagnoses to the pressure palsy like direct lesion of the nerve in the operativ field (sharp laceration, traction). A pressure palsy may also occur after the end of the operation e.g. on the intensive care unit. Finally a compartement syndrome may occur, particularly during lithotomy position.
These differential diagnoses make a thorough neurological examination immediately after occurrence of the first signs necessary.

Keywords: Peripheral nerve lesions – a surgical intervention – positioning maneuver – liability process

Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. Andreas Ferbert
Neurologische Klinik,
Klinikum Kassel
Mönchebergstr. 41-43
34125 Kassel

 

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Schlagworte zu diesem Artikel:

Lagerungsschaden (85%)Nervenschaden (50%)Differenzialdiagnose (42%)

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